Follies. 1 x ∞

2011 – in progress

conceptobjects

Follies. 1 x ∞, Schnittmuster (größte Länge 28,2 cm)
Follies. 1 x ∞, Schnittmuster (größte Länge 28,2 cm), 2011

Das Projekt Follies. 1 x ∞ entwickelt sich seit September 2011 mit der Produktion von zurzeit über hundert unterschiedlichen kleinen Skulpturen aus Papier, die ursprünglich als Modelle für Gartenpavillons (auf Englisch folly) gedacht waren, und mit der Zeit mehr skulpturale Eigenschaften angenommen haben. Das Vorhaben unterliegt präzisen Regeln (u. a. jedes Modell wird aus dem immer selben Papierschnittmuster hergestellt, das Papier wird auf eine bestimmte Weise in Form gebracht).

Die Arbeit, deren Titel auf Wahnsinn deutet, gestaltet sich als eine Untersuchung der Endlosigkeit und Maßlosigkeit, indem die höchste Zahl an Skulpturen und der höchste Grad an Vielfalt angestrebt wird. Der Prozess führt zu einer Reflexion über die Unmenge und die Einzigartigkeit. Jedes Papierobjekt erlebt außerdem eine Vervielfältigung durch eine fotografische Dokumentation. Je nach Blickwinkel sieht ein einzelnes Objekt ganz anders aus, sodass fünf Fotos davon fünf verschiedene Objekte zu zeigen scheinen. Die Suche nach unendlicher Formenvielfalt geht also im zweidimensionalen weiter.

Über die Form

Papierbogen: Flächenspannung + Biegsamkeit = Dynamik
Mit diesen Eigenschaften setze ich mich ständig auseinander, um eine präzise hochdynamische Formenkombination zu erzielen. Das Vorgehen mit einem Bogen Papier ist reine Improvisation und einige Stunden Fingerspitzenarbeit, bis die Form stimmt: lebendig, einzigartig. Die Arbeit misslingt nie, kein Stück endet im Papierkorb.

Beim Papier geht es mir nur um seine genannten Eigenschaften (und weil es sich für Kleinarbeit gut eignet), ein anderes ähnliches Material könnte auch benutzt werden, wie z. B. Kunststoff.

Form = Energie
Während der Formsuche kreisen im Kopf Gedanken philosophischer Natur über das Wie, wie das künstlerische Tun dem Material (Papier) mittels eines Formprinzips eine Identität/Intention gibt.

Die Form ist das Ergebnis eines Gleichgewichts zwischen einer bestimmten Menge an Material und einer bestimmten Menge an Energie, die für die Formfindung verwendet wurde. Die Form ist die Spannung, sie ist die in das Material gesteckte Energie (wie das Blasen eines Luftballons dessen Form ergibt). Die Formsuche zielt auf diesen Punkt des Gleichgewichts (acmé), wenn die Form ihre dynamische Autonomie erreicht. Die innere Kraft (Energie) der Skulptur erzeugt dann deren externe Klarheit (Form). Der Papierbogen ist nur Fläche und lässt sich leicht mit Energie aufladen (= in Form bringen), solange seine Eigenschaften (Flächenspannung + Biegsamkeit) benutzt und beachtet werden.