© semons

2010

conceptinstallationdetails

malatsion, © semons, Projekt-Zeichnung, 2008
© semons, Projekt-Zeichnung, 2008 (Foto: Sabine Lippert)

Bei dem dreijährigen Projekt © semons war die Anfangsidee, die Natur als Produkt von Laborversuchen erscheinen zu lassen. In einem sorgfältigen Vorgehen wurden Pflanzen in ihren Einzelteilen studiert, daraus neue Formen entwickelt. Wie in einem Formenverzeichnis wurden Schnittmuster entworfen und Aufbauprinzipien aufgelistet. Sie dienten dazu, mit üppigen Pflanzenformen kühle weiße Objekte zu erstellen.

2010 entstanden ist eine Installation aus zwölf Skulpturen, Kanistern und Schläuchen, und zwölf an Ständern hängenden Zeichnungen. Die Skulpturen sehen wie stilisierte große weiße Pflanzen in eckigen Kübeln aus, die aus Kanistern mit einer geheimnisvollen weißen Flüssigkeit genährt werden. Jede Pflanze ist auf ihren Einzelteilen nummeriert und gekennzeichnet.

Zusammen mit den Skulpturen wird eine Reihe von Zeichnungen ausgestellt. Jede von ihnen zeigt im Format 1:1 die Komponenten einer Pflanze und ähnelt einer botanischen Tafel oder einer technischen Beschreibung.

Als Ganze betrachtet, bilden die vielfältigen Pflanzenobjekte eine sonderliche Waldkulisse, in der die Natur nur noch als Produkt menschlicher Arbeit fortbesteht. Ob dies eine Metapher heutiger wirtschaftsorientierter Naturforschung bildet, oder als Utopie beziehungsweise Dystopie zu sehen ist, es ist dem Betrachter überlassen.