Silent steps

2025

conceptinstallation

In der Installation geht es um den Teil des kleinen Wasserkreislaufs, der im Boden stattfindet. Still und langsam wird das Wasser aufgesaugt und verdunstet.

Im kleinen Wasserkreislauf spielt ein lebendiger Boden eine zentrale Rolle: das Regenwasser aufnehmen, einsickern lassen, verteilen, der Vegetation zur Verfügung stellen. Heute sind solche funktionsfähige Böden kaum noch zu finden. Verdichtet durch Maschinen und Kulturen, verhärtet durch Trockenheit und Mangel an Vegetation lassen viele Böden das Wasser nur wegfließen. Der unvollständige große Wasserkreislauf beschleunigt sich mit verheerenden Folgen.
Kein Wasserspiel, kein Wassergeräusch: was wir als lebendig und angenehm in Wasserbrunnen empfinden ersetzt die Installation durch Stille und Langsamkeit. Es geht um das andere Wasser – jenes, das Zeit braucht, um vom Leben aufgesaugt zu werden. In der treppenartigen Struktur sind 70 Liter Wasser auf 10 Rinnen verteilt. Ein dunkelbraunes Wollvlies bedeckt am Stück die Stufen von oben bis unten und saugt sich in den Wasserrinnen voll. Außerhalb bleibt es trocken und hier ähnelt die linienförmige Faserstruktur den Wegen des Wassers im Boden. Das Werk zeigt tatsächliche Prozesse und suggeriert sinnlich durch Form und Material weitere Wasservorgänge.